Ferien am Tressower See

Ausflug nach Lübeck

Wir wählen uns für unseren Ausflug nach Lübeck einen Tag, an dem nicht gerade Strandwetter ist. Nach Lübeck kann man auch an einem richtigen Regentag fahren. Damit es nicht ganz so trüb zugeht, ist es heute etwas windig, bewölkt und auch nicht wirklich warm – das haben wir öfters hier im Norden. Wir wählen für unseren Ausflug den Zug. Natürlich kann man auch mit dem Auto fahren. Mit dem Zug ist es aber interessanter. Zum Bahnhof nach Plüschow nehmen wir das Fahrrad. Das können wir dort abstellen, können es aber auch mitnehmen. Ich empfehle ohne Fahrrad nach Lübeck zu fahren. Zunächst sehen wir noch typisch Mecklenburger Landschaft.

Ein typisches Landschaftsbild in Mecklenburg. Hier vom Bahnhof Plüschow. Bild: Ferien am Tressower See

Wir nehmen uns noch ein paar Minuten Zeit und schauen uns den alten Bahnhof an. Niemand weiß, wie lange solche Gebäude noch vor sich hin schlummern, wie lange sie noch Zeuge von alten Zeiten sind, als Buchstaben noch in goldenen Lettern angebracht wurden und die Fracht noch per Bahn transportiert wurde.

Alter Bahnhof Plüschow. Bild: Ferien am Tressower See

Passt auf am Haltepunkt: ein verblichener Aushang macht darauf aufmerksam, dass es sich um einen Bedarfshalt handelt. Der Zug hält nur, wenn der Lokführer euch auch sehen kann und irgendwie erkennen kann, dass ihr auch mitfahren wollt.

Ich bin kein Freund davon Konflikte plakativ in Szene zu setzen. Auf der anderen Seite mag ich keine beschönigenden Darstellungen oder Leugnung von Missständen. Daher darf ich auch mal dieses Mahnmal im Wartehäuschen zeigen. Wir finden solche Zeugnisse der Wendegeschichte auf beiden Seiten.

Ohne Worte – Bild: Ferien am Tressower See

Die etwa 45 Minuten dauernde Fahrt nach Lübeck lohnt schon alleine wegen der vorüber ziehenden Landschaft. Mag sich jeder selbst ein Bild von der Geschichte machen. Wir fahren ins ehemalige Grenzgebiet. Wer Glück hat, trifft im Zug auf eine Gruppe älterer Männer oder Menschen, die schon länger als 25 Jahre hier in der Gegend wohnen und sich unterhalten. Häufig auf dieser Fahrt über Erlebnisse “von früher”. Auf dieser Reise kann man wirklich Geschichte erleben. Man sieht große landwirtschaftlich genutzte Hallen in unterschiedlichen Zuständen. Die meisten stammen aus der Zeit der LPGs (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften). Es ist eine Gegend, in der es zu Zwangsumsiedlungen kam, die besonders bewacht wurde und schon damals eher dünn besiedelt war. Die Spuren sind bis heute sichtbar und werden noch lange sichtbar bleiben. Die vorvorletzte Station heißt Herrnburg und lohnt sicher einen zweiten Blick. Ich spendiere hier mal einen Link zur Wikipedia, die wie immer mehr weiß.

Der Lübecker Bahnhof ist ein weiteres Zeugnis vergangener Tage, als die Eisenbahn noch Hauptverkehrsmittel war und sich jede Stadt gerne mit einem prunkvollen Bahnhof schmückte.

Der Bahnhof in Lübeck. Bild: Ferien am Tressower See

Vom Bahnhof aus wählen wir beispielsweise den Weg über den Lindenplatz zum Holstentorplatz. Von einem der berühmtesten Bauwerke sehen wir zunächst vor lauter Autoverkehr nur die Spitzen und fragen uns etwas vorsichtig “und das soll das Wahrzeichen von Lübeck sein?”. Glücklicherweise haben die Stadtplaner eine nette Grünfläche vor dem Tor anlegen lassen. Dort treffen sich Touristen und Einheimische mit und ohne Selfiestick zur Fotosession. Ich habe mich einmal in die Schar eingereiht. Weniger mit dem Anspruch hier das beste Foto vom Holstentor zu präsentieren, als eben einfach auch eines von vielen Holstentorbildern zu machen.

Da Lübeck eine längere Stadtgeschichte hat, gab es vor diesem Holstentor bereits ein älteres Stadttor. Von diesem Stadttor, wie auch von anderen historischen Bauten der Stadtmauer gibt es verteilt in der Stadt kleine Nachbauten – wirklich hübsch anzusehen. Das alte äußere Holstentor stand dort bis 1853.

Wir befinden uns hier vor dem Stadttor und bitten darum in die Stadt eingelassen zu werden. Foto: Ferien am Tressower See

Bei schlechtem Wetter empfiehlt es sich das ein oder andere der vielen sehenswerten Museen der Stadt zu besuchen. Bei etwas besserem Wetter kommt eine Stadtrundfahrt per Bus oder Boot in Betracht. Bei gutem Wetter kann man erstmal einfach durch die Stadt spazieren und die Eindrücke auf sich wirken lassen.

Das Theaterfigurenmuseum im Kolk

Ein weiteres sehr berühmtes Gebäude ist das Buddenbrookhaus in der Mengstraße.

Die weiße Fassade ist das Buddenbrookhaus. Die impossante Fassade der Mengstraße 6 bekommt wieder einen Link

Als Unesco Welterbestadt und Hansestadt ist Lübeck selbstverständlich voll solcher historischer Perlen. Man stolpert quasi von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten ohne es zu merken.

Die Trave. Links der Museumshafen. Bild: Ferien am Tressower See

Lübeck wäre nicht Lübeck ohne Marzipan. Doch auch Marzipan hat seine eigene Geschichte. Es gibt in Lübeck mehrere Marzipanhersteller und -manufakturen. Da kann man sich dann nach persönlichem Geschmack sein eigenes “Bestes” aussuchen.

Weil das Bild nicht ganz auf den Bildschirm passt, gibt es hier noch den direkten Link zum Panorama: http://www.ferien-am-tressower-see.de/files/lubeck-von-petri_pano_ferien-am-tressower-see_k.jpg

Wenn ihr nun mit dem Zug nach Lübeck gefahren seid, wundert euch nicht: der Zug von Lübeck fährt manchmal bis nach Stettin, da steht dann “Szczecin” auf dem Schild – es ist schon der richtige Zug. Und vergesst nicht nach Grevesmühlen auf den Stopp-Knopf zu drücken, sonst hält der Zug nicht.