Ferien am Tressower See

Hansestadt Rostock

Rostock ist von Tressow etwa 70 km entfernt und über die A20 mit dem Auto in 45 Minuten zu erreichen. Es lohnt sich also durchaus einen Blick nach Rostock zu werfen. Mit über 200.000 Einwohner ist Rostock etwa so groß wie Schwerin, Wismar und Stralsund zusammen. In Warnemünde legen jedes Jahr über 180 Kreuzfahrtschiffe an. Die Stadt scheint also interessant zu sein. Als Hansestadt hat Rostock eine starke Tradition zur Seefahrt, die bis heute fort besteht. So hat beispielsweise die AIDA Reederei ihren Hauptsitz in Rostock.

Ich kann hier nun nicht sehr viel beitragen mit geheimen Tipps für Rostock-Besucher. Ich habe mir mal das Schifffahrtsmuseum angeschaut (http://www.schifffahrtsmuseum-rostock.de/). Es ist etwas für einen Regentag und ich kann einen Besuch durchaus empfehlen. Das Museum ist in einem ausgemusterten Frachtschiff der ehemaligen DDR-Flotte untergebraucht. Die “Dresden” wurde 1958 in Dienst gestellt. 1969 wurde das Schiff nach erheblichen Schäden an der Maschine still gelegt. Im Juni 1970 wurde in dem ehemaligen Frachtschiff das Schiffbaumuseum eröffnet.

Das Schiff ist heute weitestgehend begehbar. Auf den einzelnen Decks sind verschiedene Ausstellungsthemen rund um Schiffbau und Schifffahrt untergebracht. Der größte Teil der Ausstellung ist nach wie vor dem Thema “Schiffbau in der DDR” gewidmet, was das Museum mehrfach interessant macht. Hier lebt tatsächlich noch echter DDR-Flair. Nun hat dieses Kapitel der ehemaligen DDR in den Jahren seit 1990 doch auch an Bedeutung verloren, sodass nicht mehr alle Ausstellungsstücke voll funktionsfähig sind. Die Museumsbetreiber werben z.B. mit der sensationellen Miniportanlage. Als wir da waren, hätten wir gut eine halbe Stunde warten dürfen bis wir mit zwei ferngesteuerten Schiffen in einer übergroßen Badewanne hätten Kapitän spielen können. Es sind eher nicht die spektakulären Highlights, es ist das sehr spezielle haptische Flair. So hinterlässt das Schiff bei allem Muff und Mief einen bleibenden Eindruck. Man kann durch den Original Maschinenraum gehen, einen nachgebauten Funkraum besichtigen und man bekommt einen guten Eindruck von einem Frachtraum eines 150 m-Schiffes der damaligen Handelsschifffahrt. Für Technik-Interessierte gibt es Modelle von Schiffsmotoren. Selbst wenn man sich schnell durch das schwimmende Museum bewegt, rechnet man am besten mindestens mit zwei Stunden.

Also – wer mal einen Eindruck davon bekommen möchte, wie sich die DDR früher selbst in einem Museum präsentiert hat oder wer schon immer mal einen Frachter von innen sehen wollte oder wer sich generell für Seefahrt interessiert: auf jeden Fall anschauen.

Blick von der Brücke nach achtern.

Ein Modell der Schiffswerft Neptun, Stand 1990. Bild: Ferien am Tressower See

Ausstellung im Bauch des Schiffes. Bild: Ferien am Tressower See